Aktuelles aus dem Gemeinderat

Öffentliche Sitzung

Bericht aus der Sitzung des Gemeinderats vom 05.03.2020

Jagdpacht in Aichelberg
BM Eisele konnte zu diesem Tagesordnungspunkt die Jagdpächter, die Herren Rolf Dannenmann und Stefan Seeger begrüßen. Einleitend berichtete er, dass das Thema Jagd in den zurückliegenden Jahren völlig geräuschlos und auf Basis einer regelmäßig sehr guten Zusammenarbeit zwischen Jagdpächtern, Grundstückseigentümern und Gemeinde verlaufen ist. Mittlerweile ist dies nicht mehr ganz so. Vor allem Schäden auf privaten Grundstücken durch eine vermehrte Wildschweinpopulation geben Anlass zur Sorge und geben dem Thema eine gewisse Brisanz. Herr Seeger hatte zur Information der Öffentlichkeit eine PowerPoint-Präsentation mitgebracht. Seine Ausführungen stießen sowohl bei den Damen und Herren des Gemeinderats als auch bei den zahlreich erschienen Zuhörern auf großes Interesse. 
Zentrale Frage: Warum steigt die Population der Wildschweine? Die Paarungszeit der Wildschweine sind die Monate November bis Januar und nach einer Tragzeit von etwa vier Monaten kommen im Frühjahr durchschnittlich sechs Frischlinge zur Welt. Eigentlich. Denn in freier Wildbahn paaren sich Wildschweine mittlerweile fast das ganze Jahr. Durch die milden Winter und das Nahrungsangebot in der Feldflur, sind weibliche Frischlinge bereits nach wenigen Monaten selbst geschlechtsreif. Man hat errechnet, dass eine Wildschweinpopulation ihren Bestand innerhalb eines Jahres theoretisch verdreifachen kann. Was bedeutet dies nun für die Jagd? Grundsätzlich gilt auch weiterhin, dass das Jagen in sogenannten befriedeten Bezirken nicht erlaubt ist. So darf nicht geschossen werden auf Ortsstraßen, in Hofräumen, Gärten und Vorgärten sowie auf anderen Flächen innerhalb geschlossener Ortschaften. Bleibt also letztlich nichts anderes übrig als das Jagdrevier schärfer zu bejagen, gemeinsame revierübergreifende Drückjagden zu veranstalten, mit den unmittelbar angrenzenden Jagdpächtern noch stärker zu kooperieren und Nachtsichtgeräte zu verwenden welche bisher behördlicherseits aus Sicherheitsgründen verboten waren. Herr Seeger berichtete auch, dass der Einsatz bestimmter chemischer Substanzen Abhilfe oder zumindest Linderung schaffen könnte. Eine Düngung insbesondere stark betroffener Grundstücke mit sogenannten Schwefellinsen kann praktisch in allen Kulturen verhindern, dass Schwarzwild größere Schäden verursacht. Die Abschreckung kommt zustande durch den stechend beißenden Geruch von Schwefeldioxid. Mit Zustimmung des Gemeinderats wurden im Rahmen der Geschäftsordnung nach dem Vortrag von Herrn Seeger auch Fragen aus der Zuhörerschaft zugelassen. Verständlich, dass sich von Wildschweinschäden betroffene Grundstückseigentümer nicht gerade zurückhaltend äußerten und die Jagdpächter sehr deutlich darauf aufmerksam gemacht haben, ihre Verpflichtungen ernst zu nehmen. Darunter insbesondere die Forderung an die Jagdpächter, eine schärfere Bejagung des Jagdreviers vorzunehmen. Da auch die Gemeinde ein Interesse an einer erfolgreichen Bekämpfung der Wildschweinschäden hat wurde aus der Mitte des Gemeinderats signalisiert, die Jagdpächter bei der Beschaffung eines Nachtsichtgeräts finanziell grundsätzlich zu unterstützen. Einstimmig wurden die Jagdpächter aufgefordert zeitnah wieder zu berichten.

Neubau Kindergarten - Vergabebeschlüsse für den ersten Bauabschnitt
BM Eisele berichtete, dass die Submission für den ersten Bauabschnitt (Verbauarbeiten, Rohbauarbeiten, Erdarbeiten, Geothermie und Freianlagen-Stützmauer) am 19.02.2020 stattgefunden hat. Aus der Mitte des Gemeinderats wurde ergänzend darauf hingewiesen, dass die jeweiligen Submissionsergebnisse im Rahmen einer umfangreichen nichtöffentlichen Beratung mit den Mitgliedern des Gemeinderats unter Anwesenheit von Architekt und beteiligten Fachingenieuren ausführlich bewertet und diskutiert wurden. In aller Kürze zusammengefasst ergibt sich aktuell die folgende Situation. Gegenüber der Kostenberechnung vom Januar 2018 ergibt sich für die Gewerke des ersten Bauabschnitts eine Überschreitung des Mittelansatzes um knapp 15%. Um Kostensteigerungen bzw. ungeplante Kosten aufzufangen wurde dies bei der Aufstellung des Haushaltsplans für das Jahr 2020 bereits berücksichtigt und ein entsprechender Puffer eingerechnet, so dass sich kein Grund zur Sorge ergibt. Aufgrund der vorhandenen Finanzierungsreserve ist die Finanzierung des neuen Kindergartens nach wie vor als gesichert zu beurteilen. Dies wird auch von den Damen und Herren des Gemeinderats so gesehen. Nach formaler, rechnerischer, fachtechnischer und wirtschaftlicher Prüfung der jeweiligen Angebote wurden auf Basis jeweils einstimmiger Beschlussfassungen die folgenden Firmen mit der Durchführung beauftragt:
Angebotssumme brutto
Verbauarbeiten: Firma Motz, Illertissen 96.383,46 €
Erdarbeiten: Firma Feeß, Kirchheim/Teck 50.082,34 €
Rohbauarbeiten: Firma PS Bauunternehmen, Salach 328.173,26 €
Geothermie: Firma Dietrich, Weilheim/Teck 51.424,07 €
Freianlagen-Stützmauer: Firma Hepperle, Neidlingen 44.231,82 €
Mit den Bauarbeiten wird im April 2020 begonnen.

Aufstellung eines mobilen Hühnerstalls
Bereits im April 2019 wurde seitens der Genehmigungsbehörde, Landratsamt Göppingen, der Betrieb eines mobilen Hühnerstalls auf Aichelberger Markung zugelassen. Der mobile Hühnerstall stellt den Legehennen Wasser, Futter und Legenester zur Verfügung. Das System kann autark betrieben werden. So liefert die Photovoltaikanlage auf dem Dach den Strom, welcher für die Steuerung der Auslaufklappen und weiterer elektrischer Komponenten benötigt wird. Durch einen Elektrozaun wird das zu beweidende Gebiet begrenzt. Ist die landwirtschaftliche Fläche abgegrast, wird der Stall mit dem Traktor versetzt. Einer Betriebserweiterung sowie Inanspruchnahme von weiteren landwirtschaftlichen Flächen auf Aichelberger Markung wurde einstimmig zugestimmt.

Errichtung einer Dachgaube über zwei Etagen, Vorderbergstraße 26
In der Sitzung des Gemeinderats vom 20.02.2020 wurde die Bauherrin aufgefordert zu prüfen, ob eventuell über eine komplette Anhebung des Daches auf einer Seite des Gebäudes eine städtebaulich bessere Wirkung erzielt werden könnte. Wie jetzt aktuell berichtet wurde, ist dies aus bautechnischen und statischen Gründen nicht möglich. Mehrheitlich beschlossen wurde deshalb der Gaubenform gemäß Bauvoranfrage vom 19.01.2020 zuzustimmen allerdings unter dem Vorbehalt, dass die unmittelbar angrenzenden Nachbarn hierzu keine Einwendungen haben. Gleichzeitig wird die Genehmigungsbehörde, Landratsamt Göppingen, aufgefordert, eine detaillierte baurechtliche Prüfung im Rahmen einer Gesamtbetrachtung vorzunehmen.

Spendenbericht Jahr 2019
Nach den gemeindewirtschaftsrechtlichen Bestimmungen müssen die Mitglieder des Gemeinderats über die im abgelaufenen Jahr eingegangenen Spenden informiert und muss der Annahme der Spenden zugestimmt werden. BM Eisele freute sich über den Eingang der Spendengelder im Jahr 2019 und dankte allen Spendern im auch im Namen von Gemeinderat und Verwaltung. Auf Wunsch einzelner Spender muss an dieser Stelle auf eine Einzeldarstellung leider verzichtet werden. Dennoch interessant. Insgesamt sind 4.016,56 € eingegangen, davon 3.716,56 € für den Kindergarten und 300 € für die Feuerwehr. Der Annahme der Spendengelder wurde einstimmig zugestimmt.